Wünsch dir was

Wenn es draußen richtig echter, ehrlicher November geworden ist, wenn die Nebelschwaden bis in die Mittagsstunden über den Weinbergen hängen, wenn der Dauerregen uns ins Haus treibt und die Sehnsucht nach Kuscheldecken und vollen Teetassen fast überhand nimmt, ja dann ist die Zeit gekommen: die Zeit der Spielzeugkataloge.

Zuverlässig wie Zugluft sind auch sie Begleiterscheinung des elften Monats, sie quillen durch alle Ritzen in unser Haus, hocken im Briefkasten, fallen aus der Tageszeitung und manchmal sogar aus des Gatten Bürotasche. Und hier werden sie erst von einer Vielzahl kleiner Menschen Willkommen geheißen und aufs herzlichste begrüßt, um dann studiert zu werden, als stünde in ihnen nun endlich der Weisheit letzter Schluß. Da sitzen sie ausdauernd und lesen und vergleichen, bestaunen die bunten Bilder bis die Köpfe rot und die Ohren heiß werden. Und die Stimmchen werden lauter und lauter, die Wünsche kommen in Fahrt und nehmen Geschwindigkeit auf, bis sie dir um die Ohren sausen, dass es nur so zischt. Die Luft schwirrt von Superhelden und Feuerwehrmännern aus Plastik, ein pinkfarbenes Plüscheinhorn, ein rosa Puppenklo, Paboritter, eine Karaokeanlage bitteschön, Puppenwagen und echt, eine Puppendusche, endlich ein Baumhaus für Sylvanians, oh und LEGO! Da wird angestrichen und mit Buntstiften markiert, bis man gar nicht mehr erkennen kann, was da eigentlich noch nicht gewünscht wird. Die ersten kindlichen Anfragen treffen ein, wann denn eigentlich Wunschzettel üblicherweise verfasst würden, aber ich winke beruhigend ab: das dauert noch Wochen! Vorher steht ja sogar noch ein wichtiger Zwillingsgeburtstag bevor. Wenn du fast schon vier Jahre alt bist und dank der einschlägigen Literatur einen ersten profunden Einblick in die Welt der Spielzeuge bekommen hast, dann kommst du aus dem Wünschen gar nicht mehr heraus. imageIch stehe dem Spektakel mit großer Gelassenheit gegenüber, bereitwillig lasse ich mir all diese bestaunenswerten Wunderbarkeiten aus der Überfülle des Angebotes und der Möglichkeiten zeigen. Im Laufe der nächsten Wochen wird sich die Aufregung wieder verflüchtigen, die akuten Ausbrüche der Habenwollenkrankheit wieder abklingen und dann kommt die eigentliche Elternaufgabe: welche, der geäußerten Wünsche bleiben, sind echte Herzenswünsche, werden an Geburtstag und Weihnachten Freude schenken und möglichst ein ganzes Jahr darüberhinaus? Ich bin ziemlich sicher: das rosa Puppenklo wird nicht dazugehören und das pinkfarbene Plüscheinhorn ist jetzt schon wieder vergessen. Vorsichtig, beim Anschauen und Unterhalten, beim Spielen und Vorlesen, kreisen wir die eigentlichen Wünsche und Träume ein, beobachten wir, was übrig bleibt, um dann Geschenke auszusuchen.

Es ist ja nicht so, als wären mir Ausbrüche der Habenwollenkrankheit gänzlich unbekannt. Es gibt durchaus Momente, in denen befinde ich ein Leben ohne einen einzigen Boden-Kaschmirpullover mit V-Ausschnitt als ziemliche Zumutung. Und Schuhe habe ich ganz eindeutig zu wenig. Ach, und das ein oder andere Handtäschchen?!image

Man muss nur ein wenig abwarten und schon wird klar: tatsächlich lebt es sich ganz prächtig ohne! Diese Momente gehen genauso schnell wieder vorbei, wie sie gekommen sind. Aber was wünsch ich mir wirklich? Was bleibt übrig, von der Überfülle der Möglichkeiten und Angebote (und ich meine nicht nur die, in Katalogen und Werbeblättchen)?Was bewegt mein Hirn, lässt mein Herz schneller schlagen und schenkt Freude übers Jahr? Mit was will ich mein Leben füllen, meine Gedanken, mein Tun, wofür brennt meine Seele? Ich habe Glück, und ich weiß es. Eine Vielzahl meiner Herzenswünsche sind erfüllt: mit dem Gatten an meiner Seite, diesen wunderbaren Kindern, die uns anvertraut wurden, einem Haus, vollgestopft bis unters  Dach mit Leben und Lachen, mit Tränen und Streiten, mit Versöhnen und Wachsen. Dafür brennt mein Herz, jeden Tag aufs Neue. Ganz ehrlich, da brauchst du keinen Kaschmirpullover, der dich warm hält. Den ein oder anderen Wunsch hätte ich natürlich trotzdem noch, ja auch Herzenswünsche, die übrig bleiben, wenn alle anderen sich schon längst verflüchtigt haben. Es sind nicht viele, sie zu kennen, ist gut (an manch einer Wunscherfüllung muss man selber etwas mitarbeiten, zumindest wenn du über, sagen wir mal, zwanzig bist…). Wenn du deine Herzenswünsche kennst, dann kannst du dir die Energie für den unnützen Kram sparen. Ich wünsche mir meine inniglich und hoffe auf Erfüllung, vielleicht, irgendwann, sie stehen auf dem Wunschzettel meines Herzens und ich behalte sie im Auge. image

Jetzt aber mache ich mich erstmal auf die Jagd nach echten Herzenswünschen in Kinderseelen, ich spüre sie auf und kreise sie ein…damit ich nichts durcheinanderbringe, fertige ich endlose Listen, und manchmal kann man einen Wunsch erfüllen, von dem der Betreffende gar nicht wusste, dass er ihn hatte. Das sind die Besten…

Was wünschst du dir?

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Und ich habe noch einen echten Wunsch: ich wünsche mir einen neuen Adventskalender, denn meine Zeit mit dem „andere Zeiten Kalender“ ist wohl vorbei, die letzten Jahre haben wir uns auseinandergelebt, leider. Hat jemand einen Tipp für mich?

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Das leichte Leben

Heute gibt es mal eine kleine Ausnahme und dazu gleich eine Warnung: heute geht es ums Essen! Obwohl dieses kleine Eckchen hier ja ein Familienblog und kein Koch oder lifestyleblog sein möchte (die Vorstellung ist gar zu lustig…), würde ich gerne, wie versprochen, erzählen, wie es mir in den letzten Monaten mit dem leichten Leben ergangen ist. Also, wenn dich die Ernährungsgewohnheiten anderer Menschen nicht die Bohne interessieren (was ich durchaus nachvollziehen kann) oder du  überhaupt keine Schwierigkeiten mit dem Thema kennst (du darfst dich glücklich schätzen!), ja dann war es schön, dass du vorbeigeschaut hast. Dann darfst du dich jetzt getrost etwas Sinnvollerem zuwenden, ich wünsche dir eine segensreiche Woche und freue mich, dass du nächste Woche wieder vorbeischaust (vergiss es ja nicht, denn ich würde dich vermissen…).

Im Januar diesen Jahres habe ich festgestellt, was ich eigentlich in jedem Jahr feststelle: da ist zuviel Masse um mich rum. Die übliche Strategie der Jahre zuvor lautete, mich schleunigst bei einem großen Diätunternehmen anzumelden und die Masse durch eisernes Zählen von Punkten zu minimieren. Klappte eigentlich immer gut, ich kann sehr hart mit mir sein und bin durchaus leidensfähig. Gegen Sommer dann, verlor ich aber immer die Lust an der ganzen Zählerei, grässliche Versagensgefühle beschlichen mich, während ich die zweite Jahreshälfte nutzte, um die verlorene Masse wieder zurückzugewinnen. Mit viel schlechtem Gewissen und viel Unwohlsein. Dieses Jahr, im Januar, hatte ich auf den Quatsch keine Lust mehr. Das Essen bzw Nichtessen ist eines meiner Lebensthemen, wenn auch kein sehr Originelles. Aber dieses Ab und Zunehmen, als wäre ich der liebe Mond, konnte nicht die Lösung sein. Die Masse blieb. Und nein, ich gehöre nicht zu den glücklichen Runden, schon allein weil ich bekennende und praktizierende Hypochonderin bin. Und weil ich  natürlich immer ahnte, dass das Essen für vieles andere steht und keine wirkliche Lösung für alle Arten von Nöten ist.15101337152421595119877

Im Sommerurlaub stand ich nudelnkochend in der Küche und las Veronikas Artikel „Leben ohne Obsession“ und selten hat sie mir so aus der Seele gesprochen. Es musste doch eine Lösung geben, um von diesem blöden Thema wegzukommen, das soviel kostbaren Raum in Herz und Hirn einnahm. Ausserdem stellte ich mir immer öfter die Frage, welches Körperbild ich eigentlich meinen Kindern, aber natürlich insbesondere meinen Töchtern, mitgeben wollte. Was wir unseren Kindern vorleben, dass wird sie prägen. Wünsche ich meinen Töchtern ein Leben voller Selbstzweifel, Diäten und Essensnöten? Oder sollen sie sich in ihren Körpern wohl und gesund fühlen, ihr Essen genießen um sich dann getrost anderen Dingen zuzuwenden? image

Ich hatte schon viel von lebe leichtter gelesen und nun wollte ich es testen, aber- ich war wild entschlossen, es nicht zur Obsession werden zu lassen. Ich meldete mich zum online Coaching bei Bettina an und schwupsdich ging es los. Drei Teller, von dem was dir schmeckt (die Teller morgens und abends sind ehrlicherweise kleine Teller), ein Drittel davon Obst oder Gemüse, dazwischen nichts, gar nichts, auch kein Milchkaffee, einfach Pause und viel Wasser oder Tee rinken. Und dreißig Minuten Bewegung. Das war es. So lauten die Spielregeln. Kein Zählen, kein Verdammen von Lebensmitteln, nur Empfehlungen zum klugen Befüllen der Teller. Wozu dann ein Coaching? Weil es dich Woche für Woche durch das Programm führt, das darauf abzielt von der Fixierung auf das Essen wegzukommen und anstelle des Magens  Seele und Geist zu füllen. Wann isst du zuviel und was kannst du stattdessen tun? Welche Schätze liegen in dir verborgen? Wie nutzt du deine Zeit Und was ist dir wichtig? Und ehrlich gesagt, ist dies der schwierige Teil. image

Und wie war es nun? Ist das Leben leichter?

Die Autorinnen des Programms und auch die liebe Bettina sind Mütter einer ganzen Herde von Kindern. Das ist tatsächlich extrem hilfreich, denn glaube mir, sie haben jede Ausrede schon gehört und jede Herausforderung schon selbst gemeistert. Das macht das ganze sehr echt und lebensnah. Es steckt viel Humor drin und viel Christusliebe, und das gefällt mir. Die ersten zwei Wochen sind bitter, wenn du, wie ich, zum Dauergrasen neigst. Dann fühlst du dich, wie ein Tiger im Käfig. Aber dann war gut. Kein Extrakochen, dass war mir wichtig und weil es uns allen schmecken soll, grüble ich jetzt noch länger über dem Essensplan. Das war es dann. Dann denke ich nicht weiter drüber nach. Die eigentliche Herausforderung lag und liegt eher darin: wenn du Ärger, Alltagsfrust, deine Sorgen und Ängste, Langeweile und Kummer nicht mit Hilfe von Schokoladenkeksen und Käsebroten runterschlucken kannst, dann bleiben sie erstmal da. Und dann musst du andere Wege finden (die Kinder anbrüllen wäre keine gute Lösung…). Also ja, irgendwie wird das Leben dadurch, naja nicht leichter, aber anders. Auf wohltuende Art und Weise. image

Oh, und abgenommen habe ich natürlich auch. Und zwar genausoviel, wie mir vorhergesagt wurde. Die Hypochonderin in mir strahlt. Und es fühlt sich auch gut an. Bestimmt hätten es in diesen zwölf Wochen auch noch mehr Kilos sein können. Wenn ich den Nachttisch weggelassen hätte. Oder die Kohlehydrate am Abend. Aber dann wären wir wieder bei der Obsession. Und das wollen wir ja nicht. So ist es jetzt einfach  ein guter Alltag. Dank dir Bettina! Und wenn du auf der Suche nach einer Lösung sein solltest, für dieses wenig originelle, aber weitverbreitete Lebensthema, dann nur zu! Ich kann es empfehlen.

Im Rhythmus

Ach, ihr lieben evangelischen Mitchristen, da wünsche ich euch doch wirklich von ganzem Herzen einen gesegneten Reformationstag, Gottesdienste, die berühren und Feierlichkeiten, die es in sich haben! Und ich bin auch sehr dankbar, für diesen geschenkten Tag. Endlich mal ein Feiertag, der mich persönlich überhaupt nicht betrifft… wir sind dann erst morgen wieder an der Reihe. Von mir aus können wir das jetzt gerne  jedes Jahr so handhaben. Ehrlich gesagt: wir brauchen diesen Tag  dringend, um das Elend der Zeitumstellung irgendwie zu verarbeiten. Obwohl ich wirklich bekennende Frühaufsteherin bin, halte ich fünf Uhr am Morgen für zu früh, wenn man den Rest des Tages aufrecht und in Würde überstehen möchte. Aber kleine Menschen können nicht einsehen, warum sieben jetzt das neue sechs ist. Und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Schlafzeiten wieder normalisieren. Wir sind in dieser Familie so sehr angewiesen, auf den gleichmäßigen Rhythmus aus Wachen und Schlafen, auf das gleichmäßige Schlagen innerer Uhren, die viel schwerer umzustellen sind, als die Uhr an meiner Küchenwand. Da kommt so ein Atempäuschen wie gerufen und lindert die Auswirkungen von mangelndem Schlaf. Wir spielen und lesen einfach so lange, bis alles wieder an den richtigen Platz gerutscht ist.

Seit ich nicht mehr alleine durchs Leben stolpere sondern immer im Rudel, merke ich immer deutlicher, wie wichtig und erleichternd ein gleichmäßiger Rhythmus und feste Strukturen im Alltagsgewusel sind. Sie halten uns davon ab, auseinander zu bröseln und uns zu verlieren, sie geben Halt und Sicherheit, den kleinen und den großen Menschen in unserem Haus. Feste Zeiten für gemeinsame Mahlzeiten, das Gute Nacht Gebet, der Segen an der Haustüre, feste Rituale und liebe Gewohnheiten, bestimmte Essen zu bestimmten Anlässe, bestimmte Bücher und Lieder tragen uns durch die Tage, die Wochen und das Jahr. Hunderter solcher Strukturfäden weben ein festes Tuch mit buntem Muster. Wenn es dir kalt wird, dann kannst du dich einhüllen und wärmen. Manch einer mag die Nase rümpfen, an Zwänge denken, mangelnde Spontanität und an fehlende Freiheit. Aber so empfinde ich es gar nicht. Denn gerade der Rhythmus unseres Alltags schenkt unglaubliche Freiheit. Du musst das Rad nicht täglich neu erfinden. Wenn das Leben mit seinen Unwägbarkeiten über dir zusammenschlägt (und das tut es, immer wieder, egal ob du drei oder dreiundachtzig bist), dann weißt du, worauf du dich verlassen kannst, die nächste Haltestelle ist nicht weit. Wenn du am Suchen und Entdecken bist, dann ist es gut zu wissen, wo du eine Pause einlegen kannst. Lange Jahre war „Der König der Löwen“ der liebste Lieblingsfilm meines schleichverrückten Sohnes. Auch wenn ich kein großer Disneyfan bin, es liegt viel Berührendes in diesem Film (hach und die Musik natürlich…). Du kannst dich fallen lassen, in den Rhythmus eines Tages, einer Woche, eines Jahres und eines ganzen Lebens und es dann füllen, mit deinen eigenen Geschichten und Abenteuern. Alles zu seiner Zeit. Auch das Wachsen, das Lernen, das Älterwerden.

Wie jedes Jahr werde ich den November mit einem leisen Lächeln im Herzen begrüßen, einfach weil ich ihn mag, den armen, vernachlässigten. Er ist ein ganz wunderbares Geschenk, dieser Monat, die Ruhe vor dem großen Weihnachtsgetöse, mit all den Feierlichkeiten, Anforderungen und dem Organisationswirrwarr. Er fügt sich ganz harmonisch ein, in den Jahresrhythmus, ist die Atempause nach dem langen, hellen Sommertagen und den Herbstwochen in ihrer übervollen Üppigkeit. Zeit zum Innehalten, Sortieren und Erinnern, aber auch zum Luftholen und Kraftschöpfen. Du musst dich natürlich darauf einlassen. Die Weihnachtssonderangebotsheftchen und die Dominosteine in den Wind schlagen und sagen: „nein, ihr Lieben, eure Zeit ist noch nicht gekommen!“ Wir dürfen die Ruhe nicht niederlärmen, in dem wir die Adventszeit mit aller Gewalt nach vorne zerren, bis sie ratlos und deplaziert dem November den Sinn abspricht und dabei selber immer sinnentleerter wird. Neulich hörte ich im Radio von empörten, hessischen Bürgern, die sich an der kirchlichen Kritik an der Eröffnung des Weihnachtsmarktes, deutlich vor Totensonntag, störten. Warum? Warum nur darf nicht alles seine Zeit und seinen Ort haben. Im Kleinen und im Großen. Erdbeeren im Sommer, Plätzchen im Dezember. Wachen und Schlafen. Arbeiten und Ausruhen. Spielen und Lernen. Veränderung und Stillstand. Gezeiten des Lebens, die Freiheit schenken und neue Räume eröffnen.

Für manche ist heute ein Tag zum Feiern, für manche ein Tag zum Ruhen. So oder so- einen novembrigen November wünsche ich euch, zum Luftholen, und Stillwerden, zum Erinnern und Sortieren, ganz unaufgeregt, aber mit viel Wirkung.

Aus dem Dunkel ins Licht

Letzten Montag kroch ich morgens um sechs aus dem Bett, schmiss die Kaffeemaschine an und nötigte auf penetrante Weise müde Kinder unter warmen Decken hervor. Als ich den fröstelnden Elfjährigen um zwanzig vor sieben aus der Haustür schob, wurde schlagartig spürbar: irgendwann in den zwei Wochen Ferien hatte sich der Spätsommer auf leisen Sohlen davongestohlen und der Herbst mit aller Wucht Einzug gehalten. Merkt man natürlich nicht, wenn man morgens um neun sein Brötchen schmiert und gemütlich überlegt, was der Tag wohl bringen mag. Morgens um halb sieben, an einem ersten Schultag, musst du dir schon ein bißchen Mühe geben, um die goldene Seite des Herbstes zu sehen. Die verbarg sich in diesen Stunden hinter einer dicken Nebelwand, kalter Feuchtigkeit und dunkelster Dunkelheit. „Ach“, dachte ich, „Ach, wie soll das jetzt nur werden?“ (zu gewissen Zeiten und Stunden des Tages neige ich nicht dazu, mein Lager impulsiv und unbekümmert bei den Optimisten aufzuschlagen…) Vor meinem geistigen Auge sah ich unendliche Stunden Vokabellernen und Diktateüben, bei elektrischem Licht und in Gesellschaft überdrehter Kleinkinder, die nicht nach draußen können. Hustete da nicht schon jemand? Wir müssen die Mützen und Schals suchen, oh nein und Matschhosen! Oh, wie wenig ich Matschhosen leiden kann. Zumindest vor Kopfläusen wurde schon wieder gewarnt… Aber ja! Ein wahrer Ausbund an Zuversicht und Lebensfreude sah da der näheren Zukunft entgegen!

Bevor ich es mir in der Dunkelheit richtig bequem machen konnte, belehrte mich die Sonne eines besseren und drängte sich schon nach wenigen Stunden mit Macht durch Nebel und Finsternis. Mit ihr kehrte auch meine gute Laune wieder zurück und ich schämte mich ein bißchen vor mir selber, wegen all der Nörgelei. Nun ist das mit der guten Laune ja deutlich einfacher, bei blauem Himmel und Sonnenschein. Was wäre gewesen, wenn die Sonne an diesem Tag Urlaub gemacht hätte? Na viel Spaß, liebe Frau 7Geisslein, wenn dir schon ein bißchen feuchter Nebel und morgendliche Dunkelheit die Petersilie verhagelt. Frohen November allerseits! Wenn es dunkel wird, dann kannst du da sitzen bleiben und jammern- oder du machst Licht.

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Meine Kinder haben es mir leicht gemacht, denn sie waren dieser Tage ausgesprochen fröhlich und gut gelaunt, trotz der ersten Schulwoche und morgendlicher Unwirtlichkeit.  Dieser Umstand erhellte die Stimmung ungemein. Meine Hauptaufgabe an den Nachmittagen bestand darin, kannenweise Apfelkaramelltee zu kochen und mich damit auf unsere Vordertreppe zu begeben. Dort spielte man nämlich Stunde um Stunde „Feuerwehrmann Sam“ in unserem Kirschbaum. Der Gatte hatte nach dem Beschneiden des Baumes die Leiter nicht weggeräumt- welch ein Segen. Ich saß da, hörte ein paar Vokabeln ab, spielte diverse Runden SkipBo, passte auf und überlegte hin und wieder, was ich denn wohl tun würde, wenn einer der Nachwuchsfeuerwehrhelden tatsächlich aus dem Kirschbaum fiele. Dem Himmel sei Dank musste ich keine Antwort finden.

Nicht nur die Morgende sind dunkel- auch an den Abenden ist nun früher Schluss, stellten der Gatte und ich seufzend fest und beendeten unverzüglich unsere abendlichen Weinbergsrunden (sehr bedauerlich für meine Bewegungsbilanz und den sehr geschätzten ehelichen Austausch). Prompt erhielt ich aus berufenem Munde den sensationellen Hinweis, dass es doch wohl auch in unserem Städtchen Straßenlaternen gebe? Ich teilte dem staunenden Gatten die revolutionäre Erkenntnis mit und nun kannst du uns wieder laufen sehen- im Licht der Straßenlaternen. Bewegungsbilanz und Austausch stimmen wieder und ja- da geht ein ganzer Kronleuchter in meinem Herzen an.

Ein Lichtchen nach dem anderen blitzte auf und machte mir manche Alltagsdunkelheit hell: ich fand ein Rezept für einen sensationell leckeren Rote-Linsen-Curry-Brotaufstrich, ich buk Brownies mit den lieben Kleinen und die helle Begeisterung während dessen und natürlich während des Verzehrs…, ich fand überraschenderweise den perfekten Herbstschmöker für mich, nachdem ich im Sommer nicht so erfolgreich mit meiner Buchauswahl war, Spielbesuch bevölkerte das Haus und brachte Fröhlichkeit mit und Bilderbücher, die ja meine geheime Leidenschaft sind, bekamen wieder einen ganz neuen Stellenwert. Als wir am Sonntag bei einer Familienwanderung unseres Chores auch noch von zwei Eseln begleitet wurden…IMG-20171022-WA0000

Wenn es dunkel wird, dann musst du das Licht anmachen…so simpel ist die Erkenntnis. Gestern war wieder Montag, dunkel, feucht und neblig brach er an. Meine Tochter starrte missmutig auf ihre Toastbrotscheibe, brummelte irgendetwas von: „Wenn der Tag schon so losgeht…“ und klemmt sich zehn Minuten später den Fuß in der Autotür ein. Im Kindersitz hinter ihr stellte ein Dreijähriger plötzlich fest, dass ihm vor über einem Jahr ein unfassbare Ungerechtigkeit zuteil geworden war. Der Schmerz darüber übermannte ihn und er konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. Ich zündete ein paar Lichter an, kochte schnell einen Thermosbecher voll Apfelkaramelltee, um dem Schulmädchen die Seele zu wärmen, schluckte mein Unverständnis hinunter, hockte mich im Kindergarten auf den Flurboden und tröstete meinen aufgelösten Jungen. Wenn es dunkel wird…und wenn die wirklich großen Dunkelheiten kommen, wenn Teekochen, eine Umarmung von Herzen und eine gute Geschichte vergebene Liebesmüh sind, dann wende dich getrost an den, der das Licht selbst ist.

 

 

Perfect mum

Gestern, am späten Nachmittag, suchte ich den örtlichen Discounter auf, um die letzten Sächelchen für unser Sonntagsessen zu besorgen. Für Samstagnachmittag war ordentlich was los, Herrenhosen, alles- für -das -Auto -im -Winter, Sandalenrestposten für Spätentschlossene und Damenunterwäsche im Angebot. Nichts davon wollte ich „jetzt bevorraten“ und so hatte ich meinen Kram schnell zusammen. Am Wühltisch für Damenunterhosen und BHs stand ein junges Mädchen, so dreizehn, vierzehn, und ihre Mutter. Das Mädchen hatte scheinbar Bedarf an Unterwäsche und ihre Mutter war nicht Willens, die Katze in der Alditüte zu kaufen. Und so nötigte sie ihre Tochter den BH direkt vor Ort anzuprobieren, Gott sei Dank über dem Pullover. Für einen kurzen Moment trafen sich die Blicke der jungen Frau und mir, dann wurde ihr Kopf endgültig feuerrot und sie versuchte so schnell als möglich, das dumme Ding vom Körper zu bekommen. Man stelle sich vor, ich wäre Tim aus der Parallelklasse gewesen?!

Kurioser Weise hatte ich zwei Tage zuvor ein ähnliches Erlebnis, anderer Supermarkt, andere Altersklasse. Junge Mutter, kleines Mädchen im Einkaufswagen, na vielleicht so rund um ein Jahr. Und Oma. Oma wollte unbedingt etwas kaufen. Eine Zeitschrift in pink und mit Spielzeug sollte es sein. Die junge Mutter wollte keine rosa Zeitschrift mit Billigspielzeug fürs Kleinkind. Ich fand sie bewundernswert geduldig und freundlich. Oma resignierte, nicht ohne lauthals durch den halben Markt zu lamentieren:“ Ach mein armer Schatz, da haben wir beide Pech gehabt, so gern hätte die Oma dir was gekauft, aber die Mama erlaubt es uns nicht!“ Merke: du bist nie zu alt, um dein Kind mal richtig zu blamieren.

Als ich gestern wieder ins Auto stieg, dachte ich für einen kurzen Moment: „Na, wenigsten werde ich meine Töchter nie dazu zwingen im Aldi Unterwäsche anzuprobieren“. Das war es dann aber auch schon, mit der moralischen Überheblichkeit. Die BH- kaufende Mutter hatte es sicherlich nicht böse gemeint und in dem Moment einfach nicht gewusst, was sie da anrichtet. Wie oft habe ich es schon nicht böse gemeint? Und einfach nicht besser gewusst? Mir schoss die Frage durch den Kopf, was meine Kinder ihrer Mutter später einmal vorhalten werden. Welche Verletzungen und Blamagen habe ich ihnen wohl  schon beschert, wissentlich oder auch nicht? Dabei entschuldige mich oft bei meinen Kindern, es fällt mir nicht schwer. Warum auch? Große Menschen machen Fehler, genau wie kleine Menschen auch. Zum Menschsein gehört die Schwäche. Meine Kinder sollen wissen, dass ich nicht perfekt bin und auch gar nicht erst den Anschein erwecken will. Und ich bitte um Verzeihung, wenn ich Mist gebaut habe, da bricht mir kein Zacken aus der Krone.

Aber ich dachte an all die Male, in denen die Entschuldigung ausblieb. An all die kleinen Ungerechtigkeiten, an manches harte Wort, an unbedachte Sätze, in der Eile dahin geplappert, an überreizte Nerven und mein aufbrausendes Temperament. Und ich dachte an Gerechtigkeit, die es gar nicht geben kann. Jeden Abend, wenn ich das Zimmer meiner Zwillinge betrete, spielt sich dieselbe Szene ab. Egal an welches Bettchen ich zu erst trete, das andere Kind heult. Und findet das Ganze furchtbar ungerecht. Und ja, ich wechsle ab. Jeden Abend. Es ist wurscht, was auch immer ich versuche, hier kann ich es gar nicht richtig machen. Beim Spazierengehen habe ich nur zwei Hände. Und mindestens drei Kinder, die sich daran festhalten wollen. Manche Kränkung kannst du als Mama gar nicht verhindern, auch wenn du dein Bestes gibst. Die perfekte Mutter gibt es nicht und wenn es sie gäbe, dann wäre sie furchtbar gruselig und kaum menschlich. Ich kann beruhigt feststellen, dass ich zumindest durch und durch Mensch bin.

Ich hoffe, sie tragen es mir nicht nach. Und lehre sie, um Verzeihung zu bitten. Und zu verzeihen. Das erscheint mir mindestens genauso wichtig. Damit sie es lernen können, übe ich selber Tag für Tag. Ach, und ich verspreche hoch und heilig, niemals, niemals bei Aldi… oder lustige Badewannenanekdoten am 16. Geburtstag, oh, oder mit pubertären Jungs Hosen vor der Umkleide anzuprobieren….

Ansonsten….

ansonsten ist Herbst, immer noch. Und Ferien. Heute ist der letzte Tag. Leider, denn es war so schön. Vielleicht sollte ich jetzt schon mal um Verzeihung bitten. Nur sicherheitshalber, falls es in den nächsten Wochen hoch hergeht und ich eventuell an der ein oder anderen Stelle ein wenig unwirsch werden könnte…

Eigen und einzigartig

„Aber warum?? Warum denn nur?! Sie sieht doch so wunderschön aus!“ Fassungslos steht mein großes Mädchen vor meinem kleinen Mädchen. In der Hand hält sie ein wirklich ausgesprochen hübsches Blüschen, rot- weiß gestreift, mit ein paar eingewirkten, glitzernden Fäden, gerade richtig schön, gerade nicht kitschig. Vor einigen Jahren hat sie selbst diese kleine Bluse getragen, sich schön damit gefühlt und sie sehr geliebt. Vor ihr stehen ein Meter eiserner Wille und geballte Entschlossenheit, mit blitzenden Augen und wildem Haar. „Nein!!“, sagt der eiserne Wille. „Ich will ein richtiges Oberteil.“ Und es besteht keinerlei Zweifel daran, dass sich an diesem Entschluss nichts, aber rein gar nichts ändern lässt, weder durch gutes Zureden noch durch liebevolle Überzeugungsversuche. Da ist sie eigen. Blusen, Tuniken und Röcke, Kleidchen und Strumpfhosen gehören auf gar keinen Fall und unter  keinen Umständen zu den tragbaren Kleidungsstücken. Die Situation hat etwas rührendes und komisches zugleich. Ich verstehe meine Große, die weitergeben will, was ihr viel bedeutet. Und ich kenne meine Kleine. Zu oft stand ich selber vor diesem einen Meter eisernen Willen, unbeugsam und entschlossen. Das Kind trägt Hose und Oberteil. Das Oberteil darf gerne glitzern, oder funkeln. Aber es muss ein Oberteil sein, ohne Schnick und ohne Schnack, keine Knöpfchen oder Biesen oder Puffärmel oder sonstigen Chichi. Mir passt das gar nicht in den Kram. Bei Kleidung gilt im Hause sieben Geisslein strikte Erbfolge. Ich horte doch nicht umsonst Säcke voller Kinderkleidung in allen vorstellbaren Größen. Manche Bubenhose wird schon in vierter Generation getragen, wenn wir sie denn schon selbst damals erbten. Dummerweise trug mein großes Mädchen zwischen drei und sieben ausschließlich Blüschen, Röckchen, Kleidchen und Strumpfhosen. Deshalb haben wir ja soviel davon. Und was nützt es mir? Nix. Ein Meter eiserner Wille kann ein unüberwindbares Hindernis sein (du kannst ihr das Kleidchen anziehen, sie wird es mit sich machen lassen, aber wenn du sie eine halbe Stunde später wieder triffst, dann wird sie eine Hose tragen. Und ein Oberteil. Basta.)

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Mal abgesehen davon, dass dieser Wille unseren Geldbeutel strapaziert, finde ich das ganze ziemlich genial. Mein kleines Mädchen ist, wie sie ist. Und in manchen Dingen ist sie eigen. Immer wieder ist es ein spannender Drahtseilakt, herauszufinden, ob ich etwas von meinem Kind (oder Mann, oder Mitmensch) verlangen kann, oder ob es an sein Allerinnerstes, ans Eingemachte geht. Das Allerinnerste ist eine Grenze, an die man tunlichst nicht rühren sollte. Da beginnt das aller privateste Privatgrundstück, betreten für Umerziehungsmaßnahmen verboten, Respekt vor der ureigenen Persönlichkeit eines Menschen geboten, auch wenn es manchmal schwer auszuhalten ist. Damit meine ich natürlich nicht, das Tragen schlammiger Gummistiefel im Haus, das Zerstören von Eigentum, Frech sein oder anderen Unsinn, der einem so in den Kopf kommen könnte. Aber wenn man genau hinschaut, dann merkt man recht schnell, wo diese Grenzen liegen. Ich erwarte zum Beispiel sehr wohl, dass jedes Essen auch probiert wird und gehe davon aus, dass der Verzehr von einem Röschen Broccoli oder zweier grüner Bohnen auch für den Gemüsemuffel nicht zum sofortigen Tod oder aber zu tiefem seelischen Trauma führt. Wenn ich aber sehe, dass sich ein kleines Gesicht schon beim Geruch von Kartoffelpuffern grün verfärbt, dann weiß ich Bescheid. Und setze Nudelwasser auf.

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Dabei finde ich es ziemlich irrelevant, ob die Grenze etwas scheinbar Banales oder etwas wirklich Wichtiges betrifft. Ich für meinen Teil trinke meinen Kaffee nur aus einer einzigen Kaffeetasse. Nur in ihr stimmt das Mischungsverhältnis zwischen Milch, Süße und Kaffee. Da kann ich leider nichts dran ändern. Ohne Lesen schlafe ich nicht ein, ich würde niemals freiwillig ungeschminkt aus dem Haus gehen, Schmatzgeräusche machen mich wahnsinnig und gekochter Fisch dreht mir den Magen um. Der Gatte zum Beispiel besteht morgens um sechs auf seiner Zeitung und darauf, das es zu jedem Teller auch die passende Tasse gibt. Dekordurcheinander geht gar nicht. Da ist er eigen. Wir achten alle sorgfältig darauf und mischen Tassen und Teller nicht kunterbunt. Nur mit meiner Kaffeetasse, mit der muss er leben. Und so baut sich aus all unseren Eigenheiten und der Rücksicht auf die Eigenheiten der anderen, unsere Einzigartigkeit zusammen. Unsere Einzigartigkeit als einzelner Mensch und unsere Einzigartigkeit als Familie. Ich finde Eigenheiten großartig, auch wenn sie dich und deine Mitmenschen so manchen Nerv kosten.

Diese Woche verbrachten wir drei wunderbare Tage mitten im Pfälzer Wald in einer wirklich tollen Burgjugendherberge (falls ich es bis hierher versäumt haben sollte, ein Loblied auf rheinlandpfälzische Jugendherbergen zu singen, dann muss ich das umgehend nachholen. Sie sind tatsächlich fantastisch, besonders für Familien, und haben mit Jugendherbergen, wie wir sie von früher kennen, gar nichts mehr zu tun). Direkt vor dem alten Rittersaal, der als Speisesaal fungierte, hatte man, strategisch günstig, einen Stand mit ritterlichen Spielwaren platziert. Unsere Kinder kennen ihre Eltern. Keine Spielzeugeinkäufe im Vorrübergehen. Da sind wir eigen. Deshalb schenkten sich die klugen Kleinen das Bitten und Betteln auch direkt, und überließen es uns, ihre sehnsuchtsvollen Blicke auszuhalten. Nach drei Tagen Wandern, Wald und Frischluft kehrten wir in die rheinhessischen Weinberge zurück. Der Gatte kramte ein wenig im Keller und verzog sich dann mit seinen Kindern in den Garten. Jeder durfte mal ein bisschen sägen und ein bisschen pinseln. Eine Weile später erschütterte wildes Rittergeheule das Haus. Jetzt sind sie ausgestattet mit ritterlichem Spielzeug. Das hat er sich nicht nehmen lassen, der Gatte. Da ist er eigen.

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Ernte und Dank

Ach, ich liebe unser kleines Gärtchen wirklich sehr, besonders an Tagen und in Stunden, wie diesen, wenn die Herbstsonne so warm scheint, wie sie es jetzt gerade tut, der Himmel genau in diesem kräftigen Herbstblau leuchtet und ich an meinem liebsten Plätzchen ein wenig vor mich hin schreiben darf. Ernten kannst du in diesem Garten rein gar nichts, außer ein paar Zweiglein Rosmarin oder etwas Pfefferminze (du musst suchen, aber mit einem Quentchen Geduld kannst du durchaus fündig werden). Außer meinen geliebten Rosen wuchert hier gar nichts, verzehrbares Gemüse gleich dreimal nicht. Es ist ein schöner Ort, wenn du dir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen willst, ein wenig Zeit zum Spatzenbeobachten erübrigen kannst oder dir der Sinn nach einem Lagerfeuer steht. Aber einen Erntekorb kannst du hier nicht füllen, Zucchini, Tomaten und Kürbisse suchst du hier vergebens. Nicht, dass ich dafür nichts übrig hätte. In meinen Träumen ist unser Garten eine Mischung aus idyllischem Cottagegarten und üppigem Bauerngarten, strotzend von überbordenden Blüten und Unmengen an appetitlichem Gemüse. In Träumen ist ja vieles möglich, in Wirklichkeit fehlt mir schlicht der grüne Daumen. Ich habe es versucht, wirklich. Aber ich fürchte mich so, vor Tieren ohne Beinen, all dieses Gewurmse und Gewimmele- da bekomme ich echt Alpträume. Und ich erinnere mich mit Schaudern an die Zucchini, die ich liebevoll auf der Fensterbank vorzog, auspflanzte und begoss, die aufs wunderbarste blühten, um dann nie Frucht zu tragen. Ich kann es einfach nicht. Macht nix, ich kann anderes.

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Und so fülle ich mein Erntekörbchen heute auch nicht mit einer Auswahl an selbst angebautem Obst und Gemüse, voller Dankbarkeit darüber, dass ich damit meine Familie nähren darf. Trotzdem rufen diese Tage ja direkt nach Dankbarkeit, sie wollen gefeiert werden, mit all ihren leuchtenden Farben, der Vielzahl an bunten Kürbissen, mit den letzten warmen Sonnenstrahlen, die noch an Sommer erinnern und den Traktoren, die vollbeladen die Straße entlangrumpeln und zur Langsamkeit zwingen. Nichts ist naheliegender, als gerade jetzt Danke zu sagen.

Es liegt kein Gemüse in meinem Körbchen, aber trotzdem ist es übervoll und ernten kannst du nicht nur im Garten. Gerade jetzt sage ich „Danke“ für

alles, was wir draußen finden und uns das Leben drinnen schöner macht. Ganz verliebt bin ich, in diese Farben und Formen

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für gebackenen Kürbis. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen, mein absolutes Lieblingsherbstabendessen.

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Kinderkunst. Immer wieder. Und passt dieses Herbstvögelchen nicht herrlich zu all den anderen Herbstfarben? Ich werde es da wohnen lassen, auf unserer Kommode und an kalten, trüben Januartagen wird er mir ein Lied von Sonne und Wärme singen.

Ferien! Hurra! Wir haben nämlich schon wieder welche. Und nach dem irren Sieben- Wochen-Sprint, den wir hinter uns gebracht haben, lassen wir uns müde fallen, in diese Tage ohne Verpflichtungen. Endlich wieder genug Zeit zum lesen, basteln, Höhlen bauen. Für diese Atempausen bin ich wirklich unendlich dankbar. Tiefes Luftholen vor dem Jahresendspurtwahnsinn.

Für helfende Hände und liebende Herzen. Nie werde ich genug danke sagen können, für all das, was Familie für mich bedeutet.

Gutes Essen und die Lust, auch Neues auszuprobieren. Wir haben die Kochbücher ausgepackt, wissen jetzt, wie Bulgur schmeckt und lassen in den Ferien auch gerne mal die Kinder kochen- mit interessanten Resultaten

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Und da mich verlässlich, wie in jedem Jahr die Waldsehnsucht schon fest im Griff hat, bin ich auch dafür dankbar und mache mich mit der ganzen Sippe davon-  ein paar Tage Waldluft schnuppern.

Ich kann mein Körbchen in keinen Gottesdienst tragen, um es dort segnen zu lassen. Das ist auch nicht nötig, denn gesegnet fühle ich mich schon und nähren wird es mich auch.  Danke! Und euch allen, die ihr mit einem grünen Daumen gesegnet seit- meine aufrichtige Bewunderung ist euch sicher….

Komm, ich schenke dir was

„Hast du es denn gelesen?“, fragte mich mein großer Junge. In den Händen hielt er die ersten drei Bände der „Chroniken von Narnia“, die ihm sein Opa zum Geburtstag geschenkt hatte. „Ähm nein. Aber ich vermute da eine große Bildungslücke bei mir, denn sie sollen ja wirklich toll sein“. Eine Woche später stand der Knabe wieder vor mir, das Buch in den Händen, „aller-spätestens-Licht-aus-Zeit“ so was von vorbei, und meinte zögernd: „Willst du es denn mal lesen? Ich würde es dir leihen…?!“

Was?! Mein erster Impuls wäre ehrlicherweise ein herzliches „Nein, danke!“ gewesen. Nicht, dass ich diese Bücher nicht wirklich schon immer mal lesen wollte. Nicht, dass Kinder, die zu nachtschlafender Zeit unbedingt noch ein Buch auslesen müssen, nicht mein vollstes Verständnis hätten. Aber: du liebe Güte, weiß dieses Kind eigentlich, wie voll der Kalender gerade ist?!! Ich habe gar keine Zeit für solch einen Müßiggang. Stattdessen hänge ich den übervollen Listen gnadenlos hinterher. Hake ich einen Punkt auf der endlosen Liste als erledigt ab, dann tauchen wie durch Zauberei drei neue auf. Kleiderschränke wollen gemistete werden, ständig wachsen diese Kinder aus ihren Klamotten raus, der Garten, der Keller, irgendwelche Klassenarbeiten, Fahrradprüfung, Termine, dreiundfünfzig verschiedene „ich müsste dringend“ und und und… ich schlafe abens um zehn fast im Stehen ein und sollte jetzt noch ein Buch lesen…nein wirklich, beim besten Willen, es geht eigentlich gerade überhaupt gar nicht…oder doch? Ich sah in die erwartungsvollen Augen meines Buben, der so gefesselt war, von Narnia und der ganzen großen Geschichte drumherum, und der dieses Abenteuer mit mir teilen wollte. Es ist gar nicht so einfach, gemeinsame Vorlieben mit einem Elfjährigen zu teilen, gemeinsam gefesselt zu sein und fasziniert von einer Sache, nicht, wenn Lego Superheros nicht so dein Ding sind. Wollte ich meinem Kind, dessen Zeitplan ähnlich eng bestückt ist, wie meiner, nur noch über Lateinvokabeln und Nawi- Hausaufgaben begegnen? Nein, natürlich nicht.

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„Klar, aber gerne doch!“, seufzte ich, und nahm das Buch entgegen. Und fing an zu lesen. Und war gefesselt. Von den ersten Zeilen an. Nein, eigentlich habe ich keine Zeit. Deswegen steckt das Buch in meiner Handtasche. Und wann immer ich kurze Wartezeiten zu überbrücken habe, dann lese ich. Im Auto, vor dem Kindergarten, während ich Tomatensoße rühre und während die Kleinen Musikgarten haben. Und täglich tauschen wir uns aus, über die fiese Königin, Aslan und die ganze verrückte Welt. Vielleicht ist dieses Geschenk meiner Zeit und meiner Aufmerksamkeit mehr wert, als alles, was ich im Laden kaufen und bei Amazon bestellen könnte. Und dieses Geschenk, dass  ich nur so widerwillig rausrückte, wurde mir längst um ein vielfaches zurück geschenkt. In den Gesprächen mit einem Elfjährigen, während wir am Abend die Spülmaschine einräumen oder ich ihm Gesellschaft leiste, bei seinen späten Mittagessen. In seinen Augen, in seiner Stimme, die jedes Detail zur Sprache bringt und die vor Begeisterung schwingt.. Und ich darf es teilen, das nimmt mir keiner! In dieser Geschichte, die mein Herz erfreut und in deren Sprache ich mich verliere. Immerhin- ich schließe eine Bildungslücke.

Immer und immer wieder darf ich diese Erfahrung machen. Ich schenke meinen Kopf als lebenden Frisierkopf her für mein Mädchen, und sie kommt ins Plaudern und Erzählen, während ich unter dem ziependen Kamm die Zähne zusammenbeiße. Ich lese Fußballbücher vor, die mich wirklich nicht die Bohne interessieren, und bin plötzlich einem Zweitklässler ganz nahe.  Samstagsmorgens um sechs, wenn fast alle anderen noch schlafen, jaaa -das ist unsere Stunde! Ich gehe Woche für Woche ins Mutter-Kind -Turnen, obwohl ich wenig mehr verabscheue, als stickige Turnhallen und miefige Umkleiden. Meine Kleinen aber lieben es. Und so rennen wir Woche für Woche als Hüpferdechen durch die Halle, die erfüllt ist mit lärmenden Kindergeschrei. Ich verschenke mich, meine Zeit und mein Herz. Es kostete mich Überwindung, immer wieder. So vieles wäre wichtiger, so vieles dringlicher und der Ordnung zuträglicher.

Aber was willst du mit der schönsten Ordnung, wenn du die Möglichkeit hast, so reich beschenkt zu werden?! So reich, dass sich die Balken in der Schatzkammer deines Herzens biegen? Siehst du?

Und so verschenke ich munter weiter und werde reicher und reicher. Also wenn du mich irgendwo siehst, an der Supermarktkasse oder an der Tanksäule, mit einem schiefen Zopf und einem Kinderbuch in der Hand…dann weißt du Bescheid. Dann hast du eine wirklich reiche Frau getroffen. Ich wünsche dir von Herzen einen ebensolchen Reichtum. Sei reich, dass die Balken deines Herzens sich biegen!

Sei gnädig

Seitdem mich nach der Rückkehr aus dem Urlaub der Rücken so plagte, bin ich um Versöhnung mit der angeschlagenen Kehrseite bemüht. Ich habe meine Beteiligung an dem Zerwürfnis eingeräumt, wir nähern uns langsam wieder an, das Verhältnis scheint nicht dauerhaft gestört. Eine Maßnahme im Versöhnungsprozess waren einige Stunden Physiotherapie, die man dem Hausarzt aus den Rippen leiern musste, als wolle man persönliche Goldvorräte plündern. Ungefähr gleichzeitig meldete ich mich bei einem lebe-leichter -online-coaching an. Ein wichtiger Bestandteil der recht einfach zu begreifenden Strategie: 30 Minuten Bewegung am Tag (ich glaube, sie meinen nicht Spülmaschine ausräumen, staubsaugen o.Ä.). „Siehste“ hörte ich den beleidigten Rücken ächzen, „ich sag es dir die ganze Zeit!“

Na da traf es sich doch gut, dass ich  in der Therapiepraxis meines Vertrauens ein neues e-gym Studio entdeckte. Modernste Geräte unter physiotherapeutischer Aufsicht, auf direktem Wege zwischen Schule und Kindergarten, zeitlich flexibel, Ausreden waren keine mehr auffindbar. Am Anfang der neuen Sportlichkeit stand eine „Kraftmessung“, damit sich die Geräte auf den jeweiligen Trainingszustand einstellen können. Unter Aufsicht natürlich. Während meine Kräfte vermessen wurden, trainierten andere schon fleißig vor sich hin, darunter eine entfernte Bekannte, die aber wirklich äußerst sympathisch ist. Ihre Anwesenheit interpretierte ich mal als gutes Zeichen. Das Ergebnis  der Kraftmessung interpretierte ich als ernüchternd. Wobei Teile von mir anscheinend echt stark sind. Die Kraft in meinen Armen ist super (Ha! Zwillinge schleppen zahlt sich aus!). Auch meine Beine sind durchaus belastbar. Alles was dazwischen liegt, scheint ein Vakuum zu bilden und die Bauchmuskeln haben wohl gekündigt. Ich überlegte, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man sie mir beim Kaiserschnitt versehentlich mit rausgeschnitten hat, behielt die gewagte Theorie aber lieber für mich. Stattdessen schämte ich mich gründlich und dachte irgendwann laut:  „Ach, man muss gnädig sein, mit dem armen Bauch“. Die entfernte Bekannte stimmte mir aus vollem Herzen zu. Und wies daraufhin, wieviele Kinder in diesen Bäuchen wachsen durften. Und wie oft man es ihnen mit schlechtem Essen und mangelnder Bewegung gedankt hat. Man muss gnädig sein, mit dem armen Bauch. Ich ging nach Hause und nahm zweierlei mit.

Erstens: ich wünschte, es gäbe im Alltag so etwas wie eine Kräftemessung von Zeit zu Zeit. Und dann würden sich die hundertdreiundzwanzigtausend Alltagsgewichte auf den momentanen Kraftzustand einstellen und damit stemmbar bleiben. Gibt es so natürlich nicht. Also musst du selbst hin und wieder schauen, ob du noch alles gestemmt bekommst, oder ob du besser das ein oder andere Gewicht herausnimmst, bevor du dich  komplett verausgabst.image

Zweitens: Sei gnädig. Mit deinem Bauch, deinem Rücken, den Armen und den Beinen, deinem ganzen Körper. Er trägt dich durchs Leben, er hat deine Kinder geboren, sie behütet und getragen. Er schleppt die Einkäufe und manche Seelenlast. Er ist deine Wohnung hier auf Erden, hat manchem Sturm standgehalten und schon viel verziehen. Verzeih du ihm die ein oder andere Delle, Beule und Macke. Sei gnädig und kränke ihn nicht mit Scham und Selbstzweifeln.

Sei gnädig mit dir, wenn die Kraft mal nicht ausreicht und dir alles zuviel wird. Sei gnädig, wenn du immer wieder an deine eigenen  Grenzen stößt. Sei gnädig mit deinen Kindern und deinem Mann, mit Socken, die nicht zueinanderpassen, verpatzten Klassenarbeiten und verpassten Gelegenheiten, den tausend kleinen Schritten, wenn du doch viel lieber sprinten willst.

Gnädig sein heißt ja nicht, ignorant zu sein und komplett auf Durchzug  zu stellen. Es ist auch nicht zu verwechseln mit: „jetzt ist eh egal, was soll’s!“ Es ist wohl vielmehr der Schritt weg von vernichtenden Urteilen und Abstrafen hin zum wohlwollenden Wahrnehmen und Sorgen. Es entbindet nicht von der Verantwortung, selbst tätig zu werden und wieder und wieder neu anzufangen. Aber es ist der freundliche, liebevolle Blick, nicht der garstige mit Zornesfalte.

Mein Körper steht der neuen Gnade, die ihm da zuteil wird, noch skeptisch gegenüber. Anstatt Dankbarkeit für das gesunde Essen und all die Bewegung in Form von überbordender Energie und kraftstrotzendem Eifer zu zeigen, nölt er seit Wochen grippig rum, hat mich der Stimme beraubt und stellt sich einfach quer. Ich will mal nicht so sein und übe mich weiter….

…und ist der Regenbogen nicht wunderbar? Seit alters her das sichtbare Zeichen, dass der Eine immer gnädig mit uns ist.

Feste feiern

Uups! Hast du es gemerkt? Ich habe eine Woche geschwänzt! Das ist mir in dem guten Jahr mit meinem kleinen Eckchen hier tatsächlich noch nie passiert. Als ich letzte Woche meinen Kalender aufschlug, staunte ich kurz:“ Ach, schau an!“ Und dann bekam ich Schnappatmung und hektische Flecken. Die Seite für diese Woche war so voll geschrieben, dass ich teilweise Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Termine noch zu entziffern. Da gab es Elternabende (mehrere), Entwicklungsgespräche und Krankengymnastik, Festvorbereitungen und Geburtstage, Friseurtermine (auch mehrere, leider war keiner für mich dabei) und eine ganze endlose Liste an Kleinigkeiten, die irgendwie erledigt werden wollte, so etwas wie: „Ich brauche neue Sportschuhe. Morgen. Sonst kann ich nicht mitmachen und es gibt Ärger.“ Ich musste etwas streichen- und leider war es mein Eintrag hier. Elternabende lassen sich ja schlecht verschieben und bei Geburtstagen ist es auch eher ungünstig, vor allem, wenn es nicht der eigene ist.

Als der Gatte und ich ganz frisch verheiratet waren, da habe ich ihm in meinem verliebten Überschwang das größte Geburtstagsgeschenk gemacht, das man einem Mann meiner Meinung nach machen kann. Seither ist mir zumindest nichts Vergleichbares gelungen, ich bin eigentlich raus aus dem Schneider für den Rest unseres Lebens. Ich schenkte ihm pünktlich zum Geburtstag unseren ersten Sohn! Als bitte, so ein Geschenk muss man erst mal toppen! Nun teilen sich die beiden seit elf Jahren den selben Geburtstag, was eigentlich ganz praktisch ist. Wir haben die Anzahl der Geburtstage in unserer Großfamilie ordentlich minimiert. Zwei Doppelgeburtstage, besser geht es nicht. Der Nachteil an der Geschichte ist, dass der Gatte in den vergangenen zehn Jahre seinen Geburtstag mit Topfschlagen, Schnitzeljagten und Schatzsuchen verbrachte.  Und relativ häufig hörte: ach stimmt, du hast ja auch… Er trägt das jedes Jahr mit viel Langmut und Humor. Dieses Jahr aber wurde der beste Gatte von allen vierzig. Und so etwas will gefeiert werden. Damit der nun Elfjährige auch ordentlich Geburtstag haben konnte, haben wir gleich zwei Tage gefeiert. Und werden noch einen Kindergeburtstag hinten dran hängen. Wenn man schon am Feiern ist, kann man auch gleich weiter machen.P1050320

Und so feierten wir mit Torte und mit Streuselkuchen, mit großem Buffet, mit Freunden, Kollegen und etwa 25 Kindern. Es gab Geschenke und Lagerfeuer und Marshmallows, so, wie wir es mögen. Ich feiere so gerne diese beiden Menschen, für die ich unendlich dankbar bin und den Tag, an dem aus mir eine Mama wurde. Und wenn du selber Mama bist, dann weißt du- da bleibt in dir erst mal kein Stein auf dem anderen. Alles fügt sich neu zusammen, wegen dieses kleinen Bündels Mensch, im Grunde wirst auch du neugeboren. Also vergiss nicht dich zu feiern, wenn das nächste Mal ein Kindergeburtstag ansteht!

Ich feiere gleich weiter, wenn auch ohne Torte und Streuselkuchen (ich backe so furchtbar ungern und es verträgt sich auch schlecht mit gesunden Essensplänen…). Aber ich feiere die Freundschaft, die vielleicht ein fast ebenso großes Geschenk ist, wie die Familie- und manchmal kann man es gar nicht so genau auseinanderhalten…zwanzig Jahre darf ich diese beiden tollen Frauen zum Beispiel schon kennen. Damals tranken wir unseren Kaffee zu dritt, heute haben wir gemeinsam elf Kinder! Und wir kennen uns immer noch, wenn das kein Grund zum Feiern ist.P1050339

Ich feiere den Beginn meiner liebsten Jahreszeit, den blauen Himmel, die klare kühle Luft, das Laub auf der Straße und die Lust auf Tee. Die erste Kürbissuppe und Sonnenblumen in meiner Vase, das Brummen der ersten Vollernter und den Geruch von Maische in den Straßen unserer kleinen Stadt.

Und ich feiere, dass die Seiten in meinem Kalender wieder leerer werden, so in zwei bis fünf Wochen. Ich werde auch nicht mehr schwänzen, versprochen! Bis dahin, mach es gut und feiere das Leben!